Auf Einladung des CDU Stadtverbandes Göppingen war der Parlamentarische Staatssekretär Prof. Dr. Günter Krings aus dem Bundesinnenministerium am Montag zu Gast in Göppingen.

Trotz des Brückentages diskutierten zahlreichen interessierte Göppinger mit dem Staatssekretär in dem neuen Format der Christdemokraten „Politik am Mittag“ zum Thema „Neues aus der Heimat“. Sarah Schweizer, der neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes, ging es dabei in erster Linie um einen Gedankenaustausch zu dem Begriff Heimat im politischen Kontext und die Pläne des neu zugeschnittenen Bundesheimatministeriums. Passen zur regionalen und ländlichen Komponente des Heimatbegriffs fand die Veranstaltung im integrativen Cafe am Kornhausplatz statt. Deren Mitarbeiter mit und ohne Handicap servieren nahezu alle Produkte in Bioqualität und aus der Region.

Krings, der bereits seit acht Jahren Parlamentarischer Staatssekretär und zugleich Chef der einflussreichen Landesgruppe Nordrhein-Westfalen im Deutschen Bundestag ist, stellte dar, weshalb aus seiner Sicht das Thema Heimat gerade jetzt eine Art Renaissance erlebt: „Zum einen genießen wir zwar durch die Globalisierung die Früchte einer globalen Wirtschaft mit günstigen Produkten, erschwinglichen Reisen an ferne Orte und einer hohen Exportquote und damit wirtschaftlichem Aufschwung. Zugleich nehmen wir aber auch die Schattenseiten wahr mit einer Abwanderung von Arbeitsplätzen, der Undurchsichtigkeit von Lieferketten und unterschiedlicher Produktionsstandards.“ Dies führe dazu, dass viele Menschen wieder mehr die Übersichtlichkeit lokaler Strukturen zu schätzen wissen. Hinzu komme das Gefühl, dass die Welt „aus den Fugen geraten sei“. Auch die fortschreitende Digitalisierung, die Zuwanderung und die damit verbundene Sorge vor Überfremdung, aber auch die zunehmende Fragmentierung und Vereinzelung in unserer Gesellschaft würden diesen Effekt noch verstärken. „Ich bin mir jedoch sicher, dass in jedem von uns sowohl ein Weltbürger, als auch ein Lokalpatriot steckt“, so Krings.

Dieses Spannungsfeld anzusprechen und Maßnahmen zu entwickeln ist insbesondere Aufgabe des neuen Heimatressorts. Das Bundesinnenministerium hat sich daher unter anderem Folgendes vorgenommen: Erstens liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema Sicherheit, das laut Krings „die Basis für Heimat ist“. So habe der Kampf gegen den islamischen Terror oberste Priorität. Hierfür müsse auch das Datenschutzrecht im Zweifel so angepasst werden, dass eine effektive Polizeiarbeit ermöglicht werden kann. Zweitens soll der gesellschaftliche Zusammenhalt insbesondere durch Unterstützung im Bereich Ehrenamt, Sport und bei Präventionsprogrammen gestärkt werden. Drittens wird die Integration von Zuwanderern ein wichtiger Schwerpunkt der laufenden Legislaturperiode sein. „Deutschland ist kein geschichtsloser Siedlungsraum, es muss also klar benannt werden, „wohinein“ die Integration erfolgen soll“, so der Staatssekretär. Viertens sei die Sicherung der Daseinsvorsorge im ganzen Land, vor allem die Infrastruktur im ländlichen Raum und die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse, ein weiteres zentrales Anliegen des Bundesinnenministeriums.

In der anschließenden lebendigen Diskussion ging es unter anderem um die Erhaltung von Traditionen und Dialekt in den einzelnen Bundesländern, die Qualifikation und Auswahl von Imamen für den Islamunterricht an Schulen, der Umgang mit der DITIB-Organisation und das Heimatverständnis junger Zuwanderer. Aus dem Vortrag und der anschließenden Diskussion sieht sich der Stadtverband in seiner Schwerpunktsetzung bestätigt. Im Rahmen künftiger Veranstaltungen soll insbesondere das Thema Migration und Integration in Göppingen sowie die Stellung von Göppingens Unternehmen in der globalisierten Welt vertieft beleuchtet werden.

Die nächste Veranstaltung der Christdemokraten findet bereits kommenden Freitag, den 4. April statt. In dem Format „Deine Stadt“ laden sie zu einer historischen Stadtführung durch Göppingen ein. Treffpunkt ist 16:30 Uhr vor dem Rathaus. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um eine Anmeldung unter cdu.gp@web.de gebeten.

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